Psychotherapie

Es handelt sich um die Behandlung des Patienten mit Gesprächen und Übungen. Im Mittelpunkt steht die verbale und nonverbale Kommunikation. Es sollen Strategien zur Lösung von seelischen Konflikten, Verhaltensstörungen und Bewältigung von psychischem Leid erarbeitet werden, Handlungskompetenz vermittelt und Selbstvertrauen gesteigert werden.

Behandelt werden folgende Krankheiten und Leidenszustände:

  • Angsterkrankungen/ Panikstörung/ Phobien
  • Depressive Störungen
  • Akute Belastungsreaktionen
  • Somatisierungsstörungen (psychosomatisch bedingte Körperstörungen)
  • Anpassungsstörungen
  • Suchterkrankungen (Alkohol, Cannabis, Spielsucht)
  • Eßstörungen (Anorexia, Bulimie, Binge-Eating)
  • Zwangsstörungen
  • Bipolare Erkrankungen (manisch-depressive Störung)
  • Posttraumatische Belastungsstörungen (PTBS)
  • Persönlichkeitsstörungen (langanhaltendes Fehlverhalten)
  • Borderlinestörungen
  • Partnerschaftsprobleme
  • Sexuelle Erlebens- und Verhaltensstörungen
  • Spirituelle Krisen

© Friedrich Strauß (GBA)

Zur Behandlung stehen verschiedene Therapieformen zur Verfügung.

Verhaltenstherapie

Eine der wissenschaftlich am besten untersuchten Methoden zur Verhaltensänderung. Sie basiert auf der Lerntheorie, d.h. jedes Verhalten wurde einmal erlernt und kann somit auch wieder verlernt werden. Zum Verhalten gehören auch die Gedanken, die Gefühle, die Motive und die Einstellungen.
Die Therapie ist problemorientiert strukturiert. Falsch Gelerntes soll umgelernt werden, neues soll man hinzulernen. Der Patient wird angeregt, sich neue, positive Verhaltensweisen anzueignen.
Nach der Verhaltensanalyse (Erkennen der das Verhalten steuernden Bedingungen), wird mit dem Patienten Behandlungsziele vereinbart. Es ist ein stets übendes Verfahren, mit gestellten Aufgaben und Experimenten. Dem Patienten werden Methoden an die Hand gegeben, sein Verhalten dauerhaft zu ändern. Es ist eine „Hilfe zur Selbsthilfe“!

Methoden der Verhaltenstherapie:

Kognitive Techniken

Ursachen psychischer Probleme sind häufig negative, unlogische, verzerrte und unrealistische Annahmen über die Wirklichkeit. Selbstbeobachtung, erkennen von Blockaden können helfen, um Neubewertungen, Distanzierung und Selbststeuerung zu erlernen.

Modell-Lernen

Vorbildfunktionen des Therapeuten sind hilfreich. Besonders bei Zwangsstörungen einsetzbar.

Aufbau von Kompetenzen

z.B. durch Rollenspiele können Patienten den Aufbau bestimmter Fähigkeiten lernen. Problemlösungs- und Kommunikationstraining.

Operantes Verfahren

Es wird angenommen, daß erwünschtes Verhalten gelernt werden kann. Arbeiten mit positiven Verstärkern, z.B. Lob, Anerkennung, Zuwendung fördern das Verhalten, negative Verstärker mindern die Wahrscheinlichkeit gewünschten Verhaltens.

Störungsspezifische Methoden

Dialektisch-Behaviorale Therapie (DBT)
Eine besondere Methode der kognitiven Verhaltenstherapie zur Behandlung von Borderline Patienten. Die Regulation der Affekte steht im Mittelpunkt des Interesses, um Selbstverletzungen zu vermindern. Es sollen Bewältigungsstrategien (Skills) gelernt werden, um innere Spannungszustände abzubauen.

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Tiefenpsychologisch orientierte Psychotherapie

Sie beruht auf Erkenntnissen der Psychoanalyse. Sie findet im Sitzen statt, sodaß der Patient Mimik und Gestik des Therapeuten sehen kann. Die Rolle des Therapeuten ist aktiver und strukturierender als in der klassischen Analyse.
Man geht davon aus, dass das Krankheitsgeschehen auf einem inneren, unbewußten Geschehen/Konflikt beruht. Dieses wurzelt meist in negativ prägenden Ereignissen oder Erziehungsstilen in der frühen Kindheit. Behandelt wird der aktuelle psychische Konflikt, wobei der zentrale Beziehungskonflikt herausgearbeitet wird. Der Therapeut versucht dies dem Patienten weitgehend bewußt zu machen. Auf dem Hintergrund einer wertschätzenden, stabilen therapeutischen Beziehung werden die bestehenden Konflikte durch das Geschehen der Übertragung sichtbar. Ein Erinnern, Durchleben, Erkennen und durcharbeiten der biografischen Erfahrungen und die Deutung auftauchender „Mißverständnisse“ erlaubt es dem Patienten Zugang zu seinen traumatisierten und schmerzhaften Gefühlen zu bekommen. Einsicht und Verständnis (kognitiv und emotional) können entstehen. Gezielte korrektive emotionale Erfarungen helfen dem Patienten.

Therapiestunden meist wöchentlich à 50 min. (kassenüblich) auf Antrag

Entspannungsverfahren

Sie sind Bestandteil psychischer und psychosomatischer Behandlungsverfahren und helfen die Selbststeuerung durch Tiefenentspannung wieder zu erlangen. Besonders geeignet zur Behandlung von Schmerzen (v.a. Kopfs“hmruhig“erzen), zum Streßabbau und zur Gesundheitsvorsorge.

Autogenes Training

Dieses Verfahren geht auf den deutschen Arzt Dr. J.H. Schultz zurück .
Über eine gedankliche Konzentration (Selbsthypnose) gelangt man in einen Zustand der Ruhe. Man sitzt in einer aufrechten Position auf einem Stuhl und wiederholt bestimmte Sätze, die positiv formuliert sein müssen. „Ich bin ganz entspannt“, „Mein Herz schlägt ruhig“. Durch Wiederholung stellt sich nach einer gewissen Zeit ein tiefer Entspannungszustand ein.
Die Übungen werden anfangs unter Anleitung durchgeführt.

Das AT wird in mehreren Stufen durchgeführt:

  • UNTERSTUFE (zur Regulation körperlicher Prozesse)
  • SCHWEREÜBUNG z.B. „das Bein ist ganz schwer“
  • ATEMÜBUNG z.B. „die Atmung ist ruhig“
  • WÄRMEÜBUNG z.B. „die rechte Hand ist ganz warm“
  • Kopfübung z.B. „die Stirn ist angenehm kühl“
  • HERZÜBUNG z.B. „das Herz schlägt gleichmäßig“
  • OBERSTUFE (Imaginationstechniken)

Es kommen „Wach-Traum Techniken“ zur Anwendung. Die hierbei entstehenden Bilder können im Bewußtsein verarbeitet werde und zur Konfliktbewältigung und zur tieferen Selbsterkenntnis genutzt werden.

Kontraindikationen: Psychosen, stark übersteuertes Vegetativum z.B. starkes Herzrasen

Übungssitzungen: meist wöchentlich (10 mal) à 25 Min. (kassenüblich)

© Friedrich Strauß (GBA)

Progressive Muskelrelaxation(n. Jacobson)

Ein leicht zu erlernendes Verfahren, was wissenschaftlich gut belegt ist und relativ schnell Erleichterung für den Patienten bringt. Es gehört zu den Methoden der systematischen Desensibilisierung und dient als Unterstützung bei vielen psychischen und psychosomatischen Erkrankungen. Das Verfahren ist besonders gut für innerlich unruhige und gestresste Menschen geeignet, hilft bei Schlafstörungen und innerer Anspannung.
Es geht auf den amerik. Physiologen E. Jacobson zurück, der den Zusammenhang von Muskelanspannung und Unruhe bzw. Erregung entdeckte. Er machte sich den Umstand zunutze, daß eine Muskelgruppe sich besonders gut nach einer willkürlichen Anspannung entspannen läßt. Diese Entspannung kann sich dann leicht auf benachbarte Muskelgruppen und auch auf den restlichen Körper ausbreiten, sodaß Herz und Atmung und auch Darmtätigkeit ruhiger wurden.
Die Übungen werden normalerweise in einem bequemen Sessel ausgeführt. Man beginnt nacheinander mit der kurzen Anspannung einer Hand, Arm, Schulter, Gesicht, Rücken, Bauch, Beine etc., um sie danach wieder loszulassen. Die Aufmerksamkeit soll bei der Empfindung durch An-und Entspannung bleiben. Mit der Zeit lernt man bei den Empfindungen des Loslassens zu bleiben und diese in den Alltag zu transferieren.

Übungseinheit: meist 10 Sitzungen à 25 min. in Einzeltherapie (kassenüblich)

Symphythum grandiflorum ‚Blaue Glocken‘ ( Beinwell )

Gruppenpsychotherapie

Diese Therapieform ist besonders für Patienten geeignet, deren Symptome sich im sozialen Umfeld als störend bemerkbar machen und die über ein gewisses Maß an Konfliktfähigkeit verfügen. Der therapeutische Fortschritt ist durch die doppelte Dimension von therapeutischem Arbeiten am Einzelnen und sozialem Lernen durch die Gruppensituation besonders schnell erkennbar und spürbar. Anfängliche Ängste verfliegen schnell und die Integration in den Gruppenprozeß erfolgt meist fließend. Die Gruppe arbeitet ohne jedes Thema und ohne jede Vorgabe und Struktur, bis auf die festgesetzten Rahmenbedingungen. Der Therapeut ist mit Achtsamkeit und Empathie anwesend und greift nur gelegentlich ein, um den therapeutischen, emanzipatorischen Prozess von Selbst- und Fremdwahrnehmung und dessen Deutung zu fördern.
Die psychische Entwicklung wird meist durch den Konflikt zwischen subjektiven Erfahrungen und innerem Selbstbild und Normen behindert. Diese fehlende Übereinstimmung kann die Selbstregulation eines Patienten außer Kraft setzen und ihn krank werden lassen.
Methodisch wird vor allem tiefenpsychologisch mit der Biografie des Patienten gearbeitet, wobei das Verhalten und Fühlen im Hier und Jetzt im Vordergrund stehen und das therapeutische Geschehen verankern. Obwohl auch immer wieder exemplarisch an den aktuellen Konflikten eines Teilnehmers gearbeitet wird, wird doch gleichzeitig die Gruppenteilnehmer als Ganzes und deren Neigungen, Verhalten, Identifikationen, Ausgrenzungen, Entwertungen, Idealisierungen etc. reflektiert und in Zusammenhang mit dem aktuellen Geschehen gebracht. Spiegelprozesse zwischen Einzelnem und Gruppe führen zu schnellerem Aufarbeiten und Kontakt zu verdrängten psychischen Inhalten. Gefühle werden hier – stärker als in der Einzeltherapie – spürbar und erlebbar und können spontan ausgedrückt werden. Trauer, Wut, Angst und Scham werden sichtbar und können achtsam integriert werden.

Therapiestunden wöchentlich, 100 min,

Teilnehmerzahl 6-8 Personen,

Di 19:30-21:15 Uhr

(keine Kassenleistung) 25.-€ Selbstbeteiligung/Abend

Alzheimer und Demenz
Angst
Nervöse Unruhezustände
Bipolare Erkrankungen (Manisch-depressive Erkrankung)
Depression
Epilepsie
Multiple Sklerose
Parkinson
Psychosen und Schizophrenie
Schlafstörungen
Schwindel
Stress
Verarbeitung belastender Ereignisse

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